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Letzte Woche bereits angekündigt, wollen wir euch nun ein kleines Review zum neuen Album der Südtiroler Kapelle Foiernacht präsentieren. Die CD wurde auf Herz und Nieren geprüft und entsprechend bewertet.

Das Intro führt erst einmal durch die letzten zehn Jahre der Bandgeschichte und dürfte all jenen, die mit Tapes aufgewachsen sind, ein nostalgisches Lächeln ins Gesicht zaubern. Danach geht es mit “Ich bin so wie ich bin” direkt in die Vollen. Fette Gitarrenbretter, knackige Bassline und ein Mitsingrefrain zum niederknien sorgen beim Hörer für Schnappatmung. Das Album ist im allgemeinen sehr mitsingtauglich geraten. Foiernacht vermischen auf “Kuss der Straße” gekonnt Punkrock, Metal und sogar Ska-Einflüsse zu einem wohlschmeckenden Süppchen für die Gehörgänge. Hier geht es mit Songs wie “So wie es immer war”, “Kuss der Straße” oder auch meinem absoluten Favorit “Könige des Feierabends” mit sehr viel Druck und Tempo ab. Mit “Irgendwann” hat man aber auch eine Ballade im Gepäck, die einem eine kurze Verschnaufpause verschafft.

Eines der weiteren Highlights dieser Scheibe stellt der vorletzte Track “Wege der Freiheit” dar, auf dem man sich tatkräftige Unterstützung am Mikrophon in Form von Joggl von Unantastbar und Basti von Thekenproleten mit ins Boot geholt hat. Eine hymnenhafte Abgeh-Nummer, die auf den Livekonzerten bestimmt für einiges an Bewegung vor der Bühhne sorgen wird. Alles in allem ist “Kuss der Straße” eine runde Sache geworden und sowohl Deutschrock- wie auch Punkrockfans werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Jeder Song passt und lädt zum lauthals Mitsingen ein. Deplatziert wirkt hier nichts. Abgerundet werden die einzelnen Songs noch durch wunderbare Gitarrensoli die zwar von technischer Rafinesse nur so strotzen, aber niemals überkandidelt wirken. Fazit: Kuss der Straße ist ein absoluter Hammer, sowohl langjährige Fans der Band, als auch Neulinge werden hier bestens bedient. Am besten ist dieses Album übrigens in folgender Konstellation zu genießen: “Sonnenbrille auf, Bierchen raus, was kann es Schöneres ge

 


 

Kurz vor Weihnachten waren Grenzen|Los Für Immer bei uns zu Besuch und wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, mit den Herrschaften gleich ein Interview zu führen. Das Ergebnis könnt Ihr hier betrachten.

Hallo Jungs,
Stellt euch doch am besten mal vor, wer ihr seid, wer welche Position inne hat und wo ihr herkommt.

Martin: Ich bin der Martin von Grenzen|Los Für Immer und wir sind jetzt extra hierher gefahren und freuen uns auf den Tag mit euch und das Interview und sind glücklich, dass wir da sind.

Fitzi: Ich bin Fitzi, der Basser und freu mich auch, dass wir herkommen durften. Top Wetter, haben wir mitgebracht, Kaffee schmeckt auch.

Marco: Ich bin der Marco, der Gitarrist und freu mich auch, dass wir heute hier sein dürfen.

Ihr habt euch, meines Wissens nach, 2013 gegründet. Wie kam es dazu bzw. wie habt ihr euch zusammengefunden?

Martin: Ich und Marco hatten uns in Kempten zufällig in ‚ner Bar getroffen und sind irgendwann auf das Thema Gitarre gekommen, da wir beide Gitarre spielen. Ich hatte zuvor für mich selbst schon ein paar Liedchen geschrieben und wollte eigentlich schon immer in ner Band spielen. Also hatte ich ihn gefragt ob wir nicht mal zusammen spielen wollen und er war dann auch sofort begeistert. Nach den ersten Versuchen haben wir irgendwann gemeint: „Wir brauchen nen Bassisten.“ Mir ist dann direkt der Fitz eingefallen, der dann auch ne Woche später mit dem Bass vor der Tür stand. Wir haben uns dann ein, zwei Wochen zu dritt eingespielt und sind dann zum Schluss gekommen, dass wir dringend auch noch nen Schlagzeuger brauchen. Wer sich ein bisschen in der Musikszene auskennt, weiß ja, dass es immer am schwierigsten ist, Schlagzeuger zu finden…

Marco: (unterbricht) Gute Schlagzeuger vor allem.

Martin: Marco ist dann eingefallen, dass er noch den Jo, unseren jetzigen Schlagzeuger, von der Berufsschule her kennt. Der war dann auch gleich Feuer und Flamme und ein, zwei Monate später waren wir dann vollzählig.

Wie habt ihr dann angefangen? Habt ihr zuerst Coversongs gespielt oder habt ihr gleich eigenes Material geschrieben?

Martin: Wir haben eigentlich von Anfang an gesagt, dass wir nur eigene Lieder machen wollen und da war auch jeder von uns sofort mit dabei und hat gesagt „Nee, wir machen nur eigene Songs.“ Wir haben also eigentlich nie gecovert. Der eher untypische Weg sozusagen.

Vor eurem Debütalbum gab es ja zwei Demos von euch. Beschreibt doch mal, wie es für euch war, am ersten „richtigen“ Album zu arbeiten und inwiefern sich das von den Arbeiten an den Demoaufnahmen unterschieden hat.

Martin: Da kann, glaube ich der Marco am besten was dazu sagen.

Marco: Ja. Also für uns war jede CD, die wir aufgenommen haben, egal ob jetzt auf‘m Dachboden im Proberaum oder auch später dann im Studio eine neue Erfahrung. Es gab dann eben immer noch ne Schippe drauf. Unsere erste Demo haben wir noch selber am Laptop aufgenommen. Irgendwie irgendwas halt zusammengeschustert. Danach waren wir dann stolz wie Harry. Ein paar Monate später hatten wir dann gesagt: „Jetzt geh’n wir doch mal ins Studio und nehmen richtig was auf.“ Das war für uns dann auch ne ganz neue Erfahrung, das kann man aber trotzdem nicht mit unserem Album vergleichen vom Kosten- und Aufwandsfaktor her.

Martin: Man muss dazu sagen, dass die „Ganz nach oben“ EP, die wir als zweites aufgenommen haben, trotz allem immer noch eine Low-Budget-Produktion war. Der Studioleiter ist uns da sehr entgegengekommen. Wir waren natürlich stolz auf das Endprodukt. Qualitativ waren wir trotzdem noch Meilenweit von dem entfernt, wo wir hinwollten. Das haben wir dann mit dem letzten Album geschafft, dass es nicht nur so zum Autofahren taugt, sondern auch mal für ne ordentliche Anlage.

Hört ihr die CD dann auch Privat oder hängt sie euch inzwischen schon zum Hals raus?

Fitzi: Also ich muss dazu sagen: Man kann sie sich oft anhören und sie hört sich immer wieder gut an. Bisher hab ich mich noch nicht daran sattgehört. (lacht) Allein die Tatsache, dass es etwas ist, was man selbst gemacht hat macht das Produkt für einen dann zu etwas Besonderem.

Martin: Als Sänger ist das natürlich noch bisschen was anderes. Zwar hör ich die CD natürlich noch gerne aber nicht mehr so häufig. Du musst als Sänger im Studio so oft auf deine eigenen Texte hören, deswegen denk ich mir dann oft „Ach nee, lieber nicht. Es gibt so viele andere Bands, die du hören kannst.“ (lacht)

Marco: Das ist bei mir genauso. Es gibt so viele Bands und ich hab so einen breiten Musikgeschmack, da könnte ich eigentlich 24 Stunden am Tag Musik hören, da will man dann doch nicht immer nur seine eigene Musik hören.

Wo ihr es grade so ansprecht: Welche Musik hat euch als Band besonders geprägt? Gibt es musikalische Vorbilder?

Martin: Wir haben eigentlich sehr viele verschiedene Einflüsse, ich denke, das macht uns auch aus. Bei mir ist es jetzt zum Beispiel dieser amerikanische Punkeinfluss, mit Bands wie Blink 128, Sum 41, Offspring oder so. Mit denen bin ich eigentlich groß geworden. Ich hab natürlich auch viel in der Deutschrockszene gehört, so Sachen wie Tote Hosen, Frei.Wild, Unantastbar, das kommt dann auch bisschen mit rein. Sonst wären wir wohl auch keine Deutschrockband, wenn wir uns nicht selber auch gerne deutsche Texte anhören würden.

Fitz: Ich bin schon, seit ich Musik hör im Rockbereich unterwegs. Ich hab früher viel Onkelz oder auch Rammstein und Frei.Wild gehört. Das war schon immer meine Musik und deswegen bleib ich auch dabei.

Marco: Ich hab früher mehr Punkrock gehört. Viel Ärzte, Hosen und Beatsteaks, das ganze Zeug eben. Ich bin dann später, als die ganze Deutschrockwelle mit Frei.Wild, Hosen, Unantastbar und so weiter aufgekommen ist, eben auch nach und nach in diese Szene reingekommen .Ich hör aber auch gerne solche Sachen wie der Martin, also Sum 41 oder Rise Against sehr gerne, das ist einfach gute Musik.

Ich hab mir vorhin noch eine Frage überlegt. Ich hab die noch nie in einem Interview gelesen, deswegen stell ich die jetzt einfach: Gibt irgendwelche Lieblingsbands, die für euch „untypisch“ sind, also bei denen man sagen würde: „Hätte nicht, gedacht, dass du das hörst.“?

Martin: Von unserem Schlagzeuger, der heute ja leider nicht kommen konnte, kann ich nur sagen, dass er sehr viel im Metalbereich unterwegs ist. Ich kenn mich da jetzt nicht so gut mit aus aber so Sachen wie Sabaton hört er zum Beispiel viel oder eben auch einiges aus dieser Power Metal Sparte.

Marco: Ich hör zum Beispiel auch viel Mittelalter-Rock. Sachen wie Corvus Corax oder In Extremo. Irisches Zeug ist auch ganz gut, Dropkick Murphys oder so.

Fitz: Was bei mir ganz krass ist: Ich hör ziemlich viel Scooter. Ich habs früher schon immer durch meinen Bruder mitgekriegt und das taugt mir schon ganz gut, natürlich nicht so sehr wie Rockmusik aber zwischendrin kann man das schon mal hören.

Zumindest hört dann keiner von euch heimlich Helene Fischer oder sowas. Das beruhigt mich schon mal.

Martin: Nur öffentlich! Auf Weihnachtsfeiern und diversen anderen Festivitäten! (lacht)

Obacht, Klischeefrage: Wie würdet Ihr eure Musik selbst beschreiben?

Martin: Das ist ne typische Frage. Ich antworte einfach mal so drauf: Natürlich musst du dich als Musiker irgendwo einordnen. Mir wurde selber gesagt: Du musst selber wissen, wer du bist und wo du hinwillst um es den Anderen mitzuteilen. Ich würde sagen wir kommen eher aus nem punkigeren Bereich aber Punk ist ja auch immer relativ. Wir haben ja auch viel ruhige Akkustiklieder, die gehören meiner Meinung nach auch dazu. Ich denke, wir haben trotzdem aus dem Punkrock die größten Einflüsse, und würde sagen, dass wir da auch hingehören und dass das auch richtig so ist.

Also, wenn man es jetzt unbedingt in ne Schublade stecken müsste, könnte man sagen „Deutsche Rockmusik mit großem Punkeinschlag“, richtig?

Martin: Ja, Alternative- und Punkeinschlag.

Ihr habt es vorhin ja schon angesprochen, dass euer Drummer heute nicht beim Interview dabei sein kann. Wie kommt’s?

Martin: Also es ist so: Er ist beim Bund und er hat jetzt am Montag den Auftrag bekommen, nach Erding zu fahren und bei der Flüchtlingshilfe mitzuhelfen. Er ist jetzt die nächsten zwei Wochen nicht da und ist natürlich auch ein bisschen enttäuscht, dass er heute nicht dabei sein kann. Aber es ist natürlich für ne gute Sache und wir haben da Bandintern gar nicht groß rumdiskutiert und unterstützen das auch.

Zum leidigen Thema Politik, das hängt damit ja auch ein bisschen zusammen: Gehört Politik in die Musik oder eher nicht? Sollte man als Künstler oder Band seine politische Einstellung offen kundtun und zum Inhalt von Songs machen oder gehört sowas eurer Meinung nach überhaupt nicht da rein?

Martin: Ich unterscheide da immer ein bisschen. Im Punkrock gehört das einfach dazu, also ich brauch keinen Punkrock machen, wenn ich nicht auch gesellschaftskritische Einflüsse mit drin habe. So typische Sauflieder sind gar nicht unser Ding und wer sich das Album durchgehört hat weiß das auch. Ich schreibe sehr gerne über gesellschaftskritische Themen, es geht dabei aber auch um alles, ich möchte mich da nicht auf eine politische Richtung festlegen. Es gibt eben einfach verschiedene Missstände, die man ansprechen muss. Es hat schon was mit Politik an sich zu tun aber eben nicht mit Parteienpolitik. Ich finde auch dass das in der Musik Platz hat und das soll dort auch Platz haben.

Marco: Ich finde auch, dass man nicht alles gutheißen muss, was mache Punkbands nur um des Punks willen schreiben. Man sollte seine eigene Meinung haben, ich denke halt, dass viele zu sehr in Schwarz und Weiß unterteilen. Es gibt auch viele Sachen, die man ansprechen sollte, die in dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht reinpassen.

Martin: Das Schöne am Künstler sein ist eben: Man darf seine eigene Meinung so präsentieren, wie man will, das nennt sich künstlerische Freiheit und das ist auch gut, dass wir die haben.

Es ist ja häufig der Fall, dass Deutschrockbands von Kritikern automatisch schon in die rechte Ecke geschoben werden. Habt ihr selber sowas schon mitbekommen oder auch schon selber erfahren müssen?

Fitz: Ja, tatsächlich. Wir hatten vor zwei Wochen an nem Bandcontest teilgenommen und auch gewonnen und als wir zum Schluss nochmal auf die Bühne gegangen sind, hat irgendwer im Publikum, total aus dem Zusammenhang raus „Ja, die Nazis gewinnen immer!“ geschrien. Ich fand das total unangebracht, ich denke jeder weiß, dass wir gegen rechts sind. Ich weiß auch nicht warum der das geschrien hat oder wer das war.

Marco: Wahrscheinlich war das einfach irgendein Betrunkener.

Fitz: Wahrscheinlich. Sowas nervt halt einfach und muss nicht sein.

Martin: Im Zusammenhang muss ich dazu noch sagen, dass wir bei diesem Contest von fünf Bands die einzige Band waren, die auf Deutsch gesungen hat. Ich finde es erschreckend, dass man hier in Deutschland automatisch in eine bestimmte Ecke gedrängt wird, nur weil man auf Deutsch singt. Ich finde es einfach falsch, dass man das damit verbindet, es hat nämlich nix damit zu tun, wie man singt, sondern was man singt. Wer unser Album kennt, kennt auch das zweite Lied „Es zählt nur, wer du bist“ und da distanzieren wir uns auch eindeutig davon. Ich bin auch selber der Auffassung, dass es nicht zählt, woher jemand kommt, sondern, wo er hin will, wie er ist und wie er sich gibt.

Auf die Gefahr hin nochmal eine dämliche Klischeefrage zu stellen: Was zieht ihr vor? Musik im Studio einspielen oder Live auf der Bühne zocken?

Fitz: Das lässt sich schwer vergleichen. Allein vom Spielen her ist es auf der Bühne natürlich um einiges besser, du hast da die Atmosphäre, du hast die Stimmung und deine Fans direkt dabei. Im Studio ist alles eher kalt und klinisch aber der Unterschied ist eben, dass du etwas erschaffst, das dir danach anhören und stolz darauf sein kannst. Live bist du natürlich auch stolz auf das, was du machst aber es ist trotzdem irgendwie anders.

Martin: Es ist eben so: Wenn ich auf der Bühne stehe, dann geh ich ab, da ist Stimmung, da reiße ich die Fans mit, du bekommst von den Fans direkt eine Reaktion und das gibt’s im Studio eben nicht. Du weißt nicht, wie dieses oder jenes Lied bei den Fans ankommt, auf der Bühne bekommst du sofort ein Feedback. Das Schöne am Studio wiederum ist, dass du einfach Zeit hast, an den Songs zu feilen und du hast natürlich diesen künstlerischen Schaffungsprozess. Auf der Bühne geht das natürlich nicht. Dafür verzeihen einem die Fans vor der Bühne es eher, wenn dort ein Fehler passiert, als es im Studio der Fall wäre.

Wie geht es für euch als Band nun weiter? Euer Debutalbum ist im Kasten, ihr seid bei unserem Label unter Vertrag, was kommt als nächstes? Geht es jetzt erstmal in den Proberaum, um an neuen Liedern zu arbeiten, gibt es Pläne für zukünftige Gigs oder vielleicht sogar eine kleine Tour von mehreren Tagen oder legt ihr jetzt eine Pause ein und erfreut euch erstmal rockstarmäßig an Groupies und Bier?

Marco: (Lacht) Nee, so weit sind wir noch nicht.

Martin: Also wir waren eine sehr lange Zeit im Studio, genaugenommen von Februar 2015 bis ca. Juni, Juli 2015, das war für uns und auch besonders für mich sehr anstrengend, da ich im Produktionsprozess immer mit eingebunden war. Wir haben im Winter jetzt aber viele Konzerte geplant. Wir versuchen trotzdem im Proberaum zu proben, ich kann so viel sagen: Es wird schon an neuem Material gearbeitet und es dauert wohl nicht so lange, bis es von uns was Neues gibt.

Das wäre es dann soweit von meiner Seite. Wollt ihr noch irgendetwas loswerden, an eure Fans, an uns oder auch an Leute, die eure Musik vielleicht noch gar nicht kennen?

Martin: Wir sind erstmal dankbar, dass wir heute das Interview mit euch führen durften. Ich denke es ist auch mal schön für unsere Fans, dass sie von uns etwas lesen können und nicht nur hören. Wir bedanken uns auch bei allen Fans, die uns jetzt schon unterstützen beziehungsweise uns schon seit dem Anfangsstadium begleitet und wir sind auf jeden Stolz, der diesen Weg bisher mit uns gegangen ist. Wir hoffen natürlich, dass es mehr werden und wir hoffen, dass wir die Leute begeistern und mitreißen können und dass wir über unsere Musik und unsere Texte auch ab und zu mal einen kleinen Denkanstoß geben können. Wir sind einfach froh, dass wir vorwärts kommen.

Danke euch für das Gespräch.

 


 

Mit "Es ist nicht alles Gold was glänzt..." liefern die 4 Jungs von "Grenzen|Los Für Immer"

...eine knackige Debutplatte ab, die direkt ab dem ersten Track Vollgas gibt. Den Hörer erwarten hier einige Deutschrockbretter, die mit fetten Gitarren, einer Stimme, die manchmal ein bisschen an Betontod erinnert und schönen Songs mit Ohrwurmgarantie für wiederholtes anhören Sorgen.

Bereits beim an erster Stelle stehenden Titeltrack fängt der Fuß an mitzuwippen, was sich auch bei den beiden darauffolgenden Songs "Es zählt nur, wer du bist" und "Grenzen|Los" konstant durchzieht. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern die Regler auf Anschlag gedreht und mit einer Menge Leidenschaft und deutlich heraushörbarer Punkeinflüsse losgerockt. Mit "Wieder Jung" gönnt man dem Hörer dann erstmal eine kurze Verschnaufpause und bietet dem Ohr eine leckere balladeske Mid-Tempo-Nummer, die einen ein klein wenig Wehmütig stimmen kann. Im Anschluss geht es schon wieder etwas schneller zur Sache "Wenn ich dich sehe" sorgt mit seinem Riff, das zumindest mich ein wenig an "I Love Death" von Lodger erinnert, wieder für wippende Füße und nickende Köpfe. Mit "Lauf der Zeit" lässt man ein ruhiges, melancholisches Instrumentalstück hören, nur um im Anschluss mit "Mach die Augen auf!" und "Falsche Freunde" wieder direkt in die Vollen zu gehen.

"Bilder der Vergangenheit" lässt uns wieder kurz durchschnaufen und wo es zuvor nur balladesk wurde, bekommt man nun eine richtige Ballade geboten. Hier geht es tatsächlich mit etwas mehr Gefühl zur Sache, was der Platte aber gar keinen Abbruch tut. Mit "Kopfsache", "Ohne Dich" gibt es dann wieder ordentlichen Rock aus feinster Handarbeit zu bestaunen. "Irgendwann" stellt den krönenden Abschluss dar und kommt mit einem Refrain daher, der sich direkt ins Hirn bohrt, dort einnistet, und dem Hörer noch Tage später im Kopf herumspukt.

Fazit: Diese Platte hat alles, was man sich als Freund deutschsprachiger Rockmusik wünscht. Gitarrenbretter vom Feinsten, gepaart mit herrlichen Basslines, Drums mit ordentlich Wumms dahinter und last but not least natürlich einer Stimme, die sowohl harte als auch zarte Töne hinbekommt und wie Arsch auf Eimer passt. Wer's nicht kauft, ist selber schuld.

 


 

"Controvers" aus Suhl liefern auf Ihrem ersten Album "Nach Gestern kommen wir" einen musikalischen Hochgenuss ab.

Das Intro der CD lässt vielleicht auf Anderes schließen, hier geht es nämlich noch sehr ruhig zur Sache, das ganze schaukelt sich aber nach und nach nach Oben und sorgt beim Reviewschreiber dann doch für ein bisschen Gänsehaut am Arm, etwas, was nicht viele Bands mit dem ersten Track hinkriegen. Das Intro baut sich noch weiter auf und entlädt sich dann im zweiten Track "Auf einen neuen Anfang" in Form einer herrlich rotzigen Rockgranate, die sich gewaschen hat.

Mit "Es erklingen unsere Lieder" schickt man sich an, sich als Band dann doch mal vorzustellen, damit man auch weiß, wem man hier Lauschen darf. Das ist nun vielleicht keine neue Idee, doch nichtsdestotrotz wunderbar umgesetzt, mit starken Gitarrensoli gewürzt und mit einem Refrain angereichert, der beim Hörer hängenbleibt. "Unser Leben unser Spiel" kommt als Halb-Akkustik-Nummer daher und weckte bei mir direkt Assoziationen zu den Akkustiknummern einer gewissen Südtiroler Band, die ich hier vermutlich nicht namentlich erwähnen muss (kleiner Tipp am Rande: es handelt sich dabei ganz sicherlich NICHT um die Kastelruther Spatzen)

"Alles beim Alten" und "Für immer frei" treten das Rock-Gaspedal nochmal bis zum Anschlag nach unten, bis dann "Mein Ziel war ich selbst" das Tempo um ein paar Nuancen drosselt. Hier haben wir eine wunderbare, leicht nachdenkliche Nummer mit einem Refrain, der zum Mitsingen geradezu auffordert. Mit "Die Schuld trägst du allein" bleibt es vorerst noch ruhige, die E-Gitarren werden gegen Akkustische ausgetauscht und das ganze noch mit Bläsern unterstützt.

"Steh endlich auf" und "Tage kommen Tage gehen" liefern nochmal schnellen, harten Rock. Danach kriegt der Zuhörer mit "Ich kann gehen wohin ich will" dann nun endlich eine Chance, kurz durchzuatmen und einer herrlichen Rockballade mit allem drum und dran zu lauschen. Im Anschluss bekommt man dann mit den letzten drei Stücken "Einen Augenblick", "Viel zu weit gegangen" und "Zeit danke zu sagen" aber wieder hangemachte, schnelle Rockmusik um die Ohren gewatscht. "Nach Gestern kommen wir" kann mit schnellen, rotzigen Rocknummern punkten. Man hört hier ganz gut heraus, welche Bands den musikalischen Einfluss übernommen haben, und da ist es umso schöner, dass Controvers trotzdem ihren ganz eigenen Stil gefunden haben, der zudem auch noch absolut überzeugt. Vom musikalischen Handwerk brauchen wir gar nicht anfangen, denn dass sie dieses beherrschen, wird einem spätestens nach dem Intro schon klar und man ist dann höchstens etwas enttäuscht, dass man dieser Band "nur" auf CD gelauscht hat, statt sie Live auf einer Bühne gesehen zu haben.

 


 

Seit nicht mal einem Jahr steht nun der Halt-deine-Schnauze Mailorder und wir suchen Nachwuchs Talente.

Ob ihr eine Band seit die seit Jahren dem Publikum zeig was geiler Deutschrock bzw Rock ist oder ihr jetzt langsam durchstarten wollt um auf Bühnen zu kommen. Wir können euch einiges bieten:
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An dieser Stelle präsentieren wir euch ein Interview mit den Jungs von Controvers
einem unserer Neuzugänge auf dem HDS-Label. Ursprünglich war geplant, dass wir dieses Interview in unserer Rock'n'Merch Bibel abdrucken, das ganze war dann aber leider doch zu umfangreich. Ohne drastische Kürzungen hätten wir das nicht im Katalog unterbringen können und das wollten wir dann so auch nicht machen. Deshalb veröffentlichen wir das Interview jetzt hier auf unserer Labelseite in drei Teilen.

Zunächst mal Hallo an euch.
Stellt euch doch am besten mal vor, wer ihr seid, wer welche Position inne hat und wo ihr herkommt.

Hallo Freunde,
wir sind die Band Controvers aus Suhl, einer kleinen verschlafenen Stadt im Süden Thüringens. Musikalisch widmen wir uns voll und ganz unserer Leidenschaft, dem Deutschrock. Warum will man als Musiker denn Musik machen?! Ganz klar, wegen Sex, Drugs und Rock´n Roll... Voll unser Ding, da müssen wir unbedingt mitmischen dachten wir uns. Also haben sich 4 Musik-verrückte Leute zur geilsten Band der Welt zusammen geschlossen. Wenn uns vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass wir mal ne Platte aufnehmen würden und diese auch noch bei einem Label veröffentlicht wird... Ja klar... wir hätten uns umgedreht und ihn ausgelacht. Aber von vorne. Musik spielte schon immer eine sehr große Rolle in unseren Leben. Sei es durch das Radio als Kind, auf Partys oder auf Konzerten. Jeder von uns wusste irgendwie: Musik machen ist mein Ding. Und so findet sich das was zusammen gehört. Uns bindet eine große Freundschaft, die Liebe zur Musik, die geilen Feten mit viel Alkohol und geiler Mukke und der Hoffnung vielleicht auch mal ein paar Groupies abzubekommen :-)

Controvers wurde im Sommer 2012 als Trio gegründet. Nachdem wir zwischenzeitlich einen weiteren Mitstreiter hatten mit dem es leider nicht klappen wollte, haben wir nach langer Suche unseren vierten Mann gefunden. Die Band besteht nun seit Sommer 2013 in der folgenden Besetzung:
Daniel S.: Gesang, Rhythmus Gitarre
Kevin G.: Schlagzeug
Daniel R.: Bass, Back Vocals
Jens S.: Lead Gitarre

Was anfangs als reine Coverband von Genregrößen wie Frei.Wild und Böhse Onkelz geplant war, entwickelte sich schnell zu mehr. Wir wollten kreativer sein, als einfach nur Songs anderer Bands nach zu spielen. So entstanden schnell die ersten eigenen Lieder. Diese sind straighter, ehrlicher Rock, mal hammerhart am Brettern, mal echt melodisch und gefühlvoll, mit ausschließlich deutschen Texten und einem eigenen unverwechselbaren Stil.
Im Februar 2014 erschien unsere erste Demo-CD, auf der vier Studiosongs und zwei Live-Mitschnitte enthalten sind im Eigenvertrieb. Ab November 2014 waren wir wieder im Studio und haben unseren armen Toningenieur gequält ...
Jetzt ist es raus unser erstes Album - „Nach Gestern kommen wir“ .

Euch gibt es seit 2012. Erzählt mal, wie ihr euch zusammengefunden habt und wie ihr euch in diesen drei Jahren musikalisch entwickelt habt.

Daniel R.: Das erste Mal als ich wirklich ein Musikinstrument in der Hand hatte, das müsste so um das Jahr 2000 rum gewesen sein, bei einem Bekannten bei dem wir uns ein schönes Wochenende machen wollten. Ok, wir wollten saufen...
Er hatte im Keller einen kleinen Proberaum seiner ehemaligen Band. An dem Abend kam sein Kumpel, der Schlagzeug spielen konnte zu Besuch. Und nach ein paar Bierchen gab es für uns kein Halten mehr. Los ab in den Keller... Mir wurde die Bassgitarre in die Hand gedrückt, ein kurzer Crashkurs wo ich welche Saiten zu drücken hatte, und das erste Lied was ich in meinem Leben versucht habe zu spielen war „Wir ha'm noch lange nicht genug“. Mehr schlecht als recht... Aber der Abend ist mir bis heute in freudiger Erinnerung geblieben. Das war der Abend an dem ich entschieden habe „Ich will Musik machen“. Seitdem habe ich über die Jahre immer wieder hin und her probiert zwischen Bass und Gitarre, konnte mich aber nie so richtig festlegen, bis ich Daniel und Kevin kennenlernte. Beide spielten schon damals ihre Instrumente Gitarre/Gesang und Schlagzeug. Die beiden waren damals schon wie Siamesische Zwillinge. Klar, als beste Kumpels. Auch sie haben sich gedacht, wir versuchen mal unser Glück mit der Musik. Ich habe letztens Daniel bei einem „Kaffee“ mal etwas ausgequetscht und gefragt was sie zur Musik gebracht hat?

Anscheinend ist es ebenso aus einer Idee heraus in einer "geselligen Runde" entstanden...(lacht)
Kennengelernt haben wir uns auf einer Party in einem kleinen Nest bei uns in der Nähe. Da wurde wild gefeiert und man kam ganz beiläufig ins Gespräch. „Was du machst auch Musik? Komm doch mal vorbei und lass uns was zusammen machen...“ Also gesagt getan: eines schönen sonnigen Samstag Nachmittags bin ich mal zum Kevin nach Hause und in seinem Wohnzimmer wurde bei offenem Fenster mit voller Lautstärke zusammen gemuckt...

Das ging nicht lange gut, vielleicht ne halbe Stunde, dann hatten wir das halbe Dorf gegen uns und ganz vorne dran Kevins Vater... Ich denke das müsste so 2009 rum gewesen sein. Seitdem bestand mehr oder weniger loser Kontakt. Hin und wieder wurde was zusammen gemacht und ab und an gemukkt. Und dann irgendwann 2012 kam die Entscheidung: eine Band muss her und das am besten schon gestern. Der Grundstein wurde gelegt. Wir waren angefixt von der Musik.
Also erst einmal Cover über Cover einstudiert, und die ersten Gehversuche mit eigenen Liedern wurden auch unternommen. Aus heutiger Sicht würde ich unseren damaligen Stil als rumpligen 3 Akkorde Punkrock bezeichnen. Auch dieser fand seine Fans im Bekanntenkreis und auf kleineren Gigs, die wir in der Umgebung spielten.
Aber man wächst ja auch mit seinen Aufgaben und Erfahrungen und wir wollten uns dann auch steigern. Also rein in den Proberaum, Tür ganz fest verschließen und üben, üben, üben. Die eigenen Lieder wurden mehr und mehr, und die Idee wuchs, die Coverlieder ganz wegzulassen und nur noch eigene Stücke zu spielen. Irgendwann kamen wir an einen Punkt wo wir sagten wir brauchen unbedingt eine 2. Gitarre in der Band. So wurde ich dazu verdonnert und ein Bekannter von Daniel und Kevin übernahm den Bass. So übten wir eine Zeit lang und absolvierten unseren ersten großen Gig in Suhl vor ca. 120 Leuten im Januar 2013. Leider stellte sich heraus das unser Bassist nicht der zuverlässigste war, und so mussten wir uns dann noch im Frühjahr von ihm trennen. Also wieder zu dritt... so ein Mist!

 


 

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